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2. Sportlich: heute vermutet - bald Gewissheit!

Doping im Sport bleibt ein aktuelles Thema.

In Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Sportwissenschaft wird die Urinmarkermethode tiefergehend getestet. Frau Dr. Anne-Marie Elbe reagiert hierbei auf die bekannten psychologischen Folgen der Dopingkontrollen auf die Sportler und die negative Beeinflussung ihrer Leistung.

Die Erfahrungen von Frau Dr. Elbe in der sportpsychologischen Betreuung sowie eine im Juli 2006 durchgeführte Befragung bei DopingkontrolleurInnen zeigen, dass eine ernstzunehmende Anzahl von AthletInnen erhebliche Probleme mit Dopingkontrollen hat (Strahler & Elbe, 2007).

Die Thematik wird in der Diskussion um Doping häufig ausser acht gelassen. Saubere Sportler leiden unter dem gefühlten Generalverdacht und den Kontrollen an sich.

Ziel der Studie ist die Sensibilisierung für dieses Thema bei den Beteiligten im Leistungssport. Zudem geht es darum, den Marker-Test als eine mögliche Maßnahme zu sehen, um die Probleme im Zusammenhang der Dopingkontrollen zu minimieren und die Qualität der Kontrollen insgesamt zu verbessern.

Lesen Sie hierzu auch ein Schreiben der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA):

Sehr geehrte Damen und Herren,

die NADA möchte Sie mit diesem Schreiben auf eine Studie über die psychologischen Folgen von Dopingkontrollen auf Sportler und ihre Leistungen hinweisen und Sie um Unterstützung bitten. Eine Befragung bei DopingkontrolleurInnen aus dem Jahr 2006 ergab, dass es bei einer ernstzunehmenden Anzahl von AthletInnen zu großen Zeitverzögerungen beim Ablauf von Dopingkontrollen kommt. Vor allem psychische Probleme mit der Sichtkontrolle können dazu führen, dass AthletInnen nicht urinieren können, was sich auch negativ auf die sportliche Leistung auswirken kann. Ziel der Studie von Frau Dr. Elbe von der Firma Ruma GmbH in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp) ist die Sensibilisierung der Verantwortlichen im Leistungssport und die Erprobung eines Marker-Tests im Leistungssport.

Die Firma Ruma entwickelte nach zehnjähriger Forschung Marker, mit denen sich eine Urinprobe hundertprozentig dem Probanden zuordnen lässt. Nach Angaben der Firma belegen mehr als 150.000 Analysen, dass Manipulationen der Probe nicht mehr möglich und dass auch Verdünnungen sofort auffällig sind. Die Urinmarker-Methode wurde ursprünglich für die Analytik der Urine von PatientInnen aus Substitutionsambulanzen entwickelt und ist durch deutsche Behörden zugelassen. Die Markersubstanz wird oral verabreicht – 30 Minuten später kann der Proband unbeaufsichtigt seinen Urin abgeben. Diese Methode könnte eine Alternative zur Sichtkontrolle durch die KontrolleurInnen werden und möglicherweise zu einer Verbesserung der Dopingkontrollen für die Zukunft beitragen.

Die Studie wird von der Ruma GmbH als Distributor des Marker-Testes unterstützt. Das BISp möchten Sie und Ihre Sportler/innen gerne als Partner für diese Studie gewinnen. Der Aufwand der Partner ist überschaubar – die Urinmarker-Methode soll bei ausgewählten AthletInnen im Rahmen von regulären Trainings- und/oder Wettkampfkontrollen parallel eingesetzt werden.

Bitte setzen Sie sich mit der NADA (Herr Matthias Blatt, Abteilungsleiter Doping-Kontroll-System, matthias.blatt@nada-bonn.de) in Verbindung, falls Sie an weiteren Informationen interessiert sind oder uns AthletInnen nennen können, die zu einer Teilnahme bereit sind. Gerne stehen Ihnen auch alle Beteiligten für Fragen zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen.

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Wir freuen uns sehr, bei so vielen unterschiedlichen Sportverbänden und Sponsoren das Interesse geweckt zu haben, sich mit ausgewählten Athleten an der Studie zu dem neuen Kontrollverfahren zu beteiligen.

Vorab weitere Informationen zu der Studie:

Unsere Studie besteht darin, auf Grund der großen Problematik bei der Urinabgabe unter Sicht , sportspezifische Interventionsmaßnahmen, hier durch das Marker-Verfahren, für Trainings- bzw. Wettkampfkontrollen zu erproben. Bei der Entwicklung der Interventionsverfahren spielt die Diagnostik der Ursachen eine ausschlaggebende Rolle, da diese sowohl psychologischer oder physiologischer Natur sein können oder aber mit den bereits vorhandenen Erfahrungen der AthletInnen in Zusammenhang stehen. Im Zentrum steht hierbei die Überprüfung, ob die Urinmarkermethode (RUMA Marker) eine für das Problem geeignete Interventionsmaßnahme darstellen kann.

Diese Urinmarkermethode beruht auf einem für die Pädiatrie entwickelten Test. Der Marker-Test wurde ursprünglich für die Analytik der Urine von PatientInnen aus Substitutionsambulanzen entwickelt. Niedermolekulare Polyethylenglycole (ca. 0,5 g) werden als Marker oral verabreicht. Nach 30 min kann der Proband unbeaufsichtigt seinen Urin abgeben. Die Zuordnung des Urins zu dem Probanden wird durch die Analyse des Markers ermöglicht. Es gibt über 10.000 verschiedene Kombinationen von niedermolekularen Polyethylenglycolen, die als Marker eingesetzt werden können. Die Markersubstanzen werden deswegen auch als fälschungssicherer „Fingerabdruck“ bezeichnet. Die Markersubstanz selbst ist harmlos und seit etlichen Jahren für Anwendung beim Menschen zugelassen. Sie unterliegt in Deutschland weder dem Arzneimittel– noch dem Medizinprodukte-Gesetz. Niedermolekulare Polyethylenglycole werden z.B. als galenische Basis von Arzneimitteln in der Pädiatrie seit etwa 50 Jahren eingesetzt.

Die Markermethode könnte die Sichtkontrolle durch die KontrolleurInnen ersetzen. Damit würde die leistungshemmende und beängstigende Situation für die AthletInnen angenehmer gestaltet werden. Diese Methode hat bereits in der Arbeitsmedizin, im Justizbereich, bei Führerscheinprüfungen und in der Suchtmedizin sehr gute Ergebnisse erzielt. Hierzu können wir auf Wunsch gerne Literatur zuschicken. Es sind mittlerweile 210.000 Urine von mehr als 20.000 Patienten aus dem arbeitsmedizinischen Bereich, etc. sowie Substitutionsambulanzen analysiert worden. Es ist davon auszugehen, dass die Markierung der Urine auch im Leistungssport als eine sinnvolle Alternative zu der bisherigen Sichtkontrolle aufgenommen wird. Langfristig würde dies gleichzeitig zu einer Verbesserung im Ablauf und in der Qualität von Dopingkontrollen beitragen. Im Anschluss an die Olympischen Spiele in Athen wurde diese vom Leitenden Arzt der deutschen Olympiamannschaft kritisiert, da Urinmanipulationen mit Fremdurin immer noch auf der Tagesordnung stehen (Kindermann, Engelhardt & Eder, 2005).

Geplant ist es, die Urinmarkermethode bei ca. 70-100 AthletInnen durchzuführen. Dabei wird sie im Rahmen von regulären Trainings- und/oder Wettkampfkontrollen eingesetzt. Hierfür ist es aber erforderlich, die KontrolleurInnen zunächst über das neue Verfahren zu schulen, sowie in Zusammenarbeit mit der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) und der RUMA GmbH ein Protokoll für die Durchführung der Kontrollen zu erarbeiten.
Dieses Protokoll werden wir, die NADA und die Ruma GmbH in der 29.KW zu Verfügung stellen.

Bis dahin wünschen wir schöne Sommertage

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Ruma beim internationalen Suchtkongress vom 04.-07. Oktober in Mailand.
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