Das Verfahren
4. Ergebnisse der Qualitätssicherung
Ergebnisse aus der Praxis
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RUMA GmbH Köln
An der Wachsfabrik 25, 50996 Köln
Kooperationslabor
Übergeordnete Gemeinschaftspraxis für Laboratoriumsmedizin Labor Köln, Akk. DIN EN ISO 15189
Köln, 01. Oktober 2008
Größere Sicherheit gegenüber Verfälschungen durch das Markersystem
In unserem Labor wurden im Rahmen der Entwicklungsarbeiten an dem Markersystem ca. 120.000 Urine untersucht. Dabei wurden in Zusammenarbeit mit den Ärzten vor Ort, durch intensive Patientenbefragung, aber vor allem durch weitergehende Laboranalytik (z.B. Massenspektrometrie) einige Verfahren aufgedeckt, die das Markerprinzip unterlaufen oder stören sollten:
1. Extremes Trinken (interne Verdünnung) oder Versetzen der Urinprobe mit Wasser (externe Verdünnung)
Manipulationsweise
Durch diese Art der Manipulation soll erreicht werden, dass die Drogenkonzentrationen bis unterhalb der medizinischen Nachweisgrenze („cut off“) verdünnt werden und damit nicht mehr nachgewiesen werden können. Das Fälschungsverfahren betrifft nicht ausschließlich markierte Urine. Es wurde diese Fälschungsmethode aber im Rahmen des Einsatzes der Markersubstanzen verstärkt angewandt, z.B. in Gefängnissen, da durch den Einsatz des Markers andere Methoden der Verfälschung entfielen.
Vorgehen des Labors
In unserem Labor wird routinemäßig die Kreatininkonzentration und die Extinktion des Urins gemessen. Kreatinin ist eine Körper-eigene Substanz, die vom Organismus mit einer Menge von ca. 2 g / Tag ausgeschieden wird. Bei Werten unterhalb von 0,1 mg / ml gehen wir sicher von einer Manipulation aus. Wir empfehlen, solche Urine wie positive Urine zu werten. Im Grenzbereich zwischen 0,1 – 0,3 mg / ml werden die Urine mit einer Methode, die wesentlich empfindlichere Nachweisgrenzen hat untersucht, als der medizinische cut off. Dadurch können Drogen auch in solch verdünnten Urinen sicher nachgewiesen werden.
2. Spucken in den Urin
Manipulationsweise
Der Proband verbirgt einen Schwamm in seinem Mund, der beim Trinken der Markerflüssigkeit einen Teil des Markers aufsaugt. Diesen Schwamm drückt er dann über mitgebrachtem „cleanen“ Urin aus. Der Urin wird auf diese Weise markiert. Diese Methode wird vor allem zu Beginn des Markereinsatzes in jedem Patientenkollektiv versucht.
Vorgehen des Labors
Unser Labor gibt den Marker zusammen mit Substanzen, die bei der Passage durch den Darm sicher zerstört werden (Saccharose, u.a.). Werden diese Substanzen dennoch im Urin gefunden, so kann davon ausgegangen werden, dass eine Passage durch den Körper nicht vorgelegen hat. Die Fälschung ist damit bewiesen.
Als Nebeneffekt wurden auch solche Manipulationen aufgedeckt, bei denen sich Patienten die Ihnen mitgegebene Methadonlösung spritzten, anstatt sie zu trinken. Auf Grund unserer Ergebnisse konnte aufgedeckt werden, dass viele der Drogentoten aus den Methadonprogrammen auf diese falsche Art der Methadongabe zurückzuführen sind.
3. Verfälschung des Urins durch chemische Substanzen
Manipulationsweise
Es sind viele Substanzen auf dem Markt, angeboten vor allem durch Internet-basierte Firmen in den USA, die Rezepturen anbieten, mit denen Urine so manipuliert werden sollen, dass entweder die Drogenmoleküle selbst zerstört werden, oder der Nachweis durch immunologische Verfahren gestört wird: „Hempusa“, „Peretto“, “Urineluck“ etc. Auch dieses Fälschungsverfahren betrifft nicht ausschließlich markierte Urine. Es wurde diese Fälschungsmethode aber im Rahmen des Einsatzes der Markersubstanzen verstärkt angewandt, da durch den Einsatz des Markers andere Methoden der Verfälschung entfielen.
Vorgehen des Labors
Diese meisten Rezepturen, die für betrügerische Manipulationen dieser Art angeboten werden, sind selbst betrügerisch, d.h. unwirksam. Einzig die oxidierenden Substanzen („urine luck“, „stealth“) können nach den Untersuchungen unseres Labors einen Effekt bewirken.
In unserem Labor wurde schon immer eine chemische Nachweisreaktion durchgeführt (sample check), die geeignet ist, chemische Urinmanipulationen aufzudecken. Der Effekt von stealth, das aus einer Peroxidase plus Wasserstoffperoxid besteht, auf den Nachweis von Cannaboiden (Haschisch, Marihuana) lässt sich dadurch aber nicht aufklären. Wir haben deswegen einen spezifischen und sehr empfindlichen Nachweis auf Peroxide entwickelt (modifizierte Trinderreaktion), der auch bei niedrigsten Konzentrationen eine Kontamination der Probe anzeigt.
4. Fazit
Seit ca. 3 Jahren wurden etwa 120.000 Urine mit den neuen Nachweismethoden untersucht. Seit dieser Zeit haben wir keinerlei Hinweise mehr auf unentdeckte Manipulationen oder Unplausibilitäten von unseren Einsendern erhalten.
Alle Kunden berichten aber, dass die Rate der positiv getesteten Personen unter dem Markerverfahren signifikant ansteigt.











