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Laborsystem soll Betrug bei Dopingkontrollen ein Ende bereiten
03.08.2006, 14:37

Ein deutsches Labor hat nach eigener Aussage ein System zur Überführung von Sportlern entwickelt, die bei Dopingkontrollen ihre Urinproben vertauschen oder manipulieren. Führende Anti-Doping-Institutionen bezeichnen diese Entwicklung als vielversprechend.

Ein Marker wird einer Flüssigkeit zugefügt, welche die Sportler vor einem Test einnehmen müssen. Die Analyse der Probe zeige an, ob der Marker fehlt, so der Leiter der Städtischen Kliniken Köln.

„Wir deklarieren es als fälschungssicher und sind uns nach über zehnjähriger Forschung und mehr als 40.000 Analysen sicher in dieser Aussage“, erklärt Ruprecht Keller.

Durch das System wäre es künftig nicht länger notwendig, dass Sportler ihren Urin unter Aufsicht abgeben. Ungefähr 30 Minuten nach Einnahme des Getränks können sich die Sportler alleine testen lassen.

„Damit können Manipulationen verhindert werden“, meint Hans Geyer, stellvertretender Laborleiter am Kölner Zentrum für präventive Doping-Forschung. „Ein großer Vorteil ist auch, dass die Schamgrenzen nicht verletzt werden“, wie dies bei Abgabe einer Urinprobe unter Aufsicht der Fall ist.

Geyers Labor, das nicht mit den Entwicklern des Marker-Systems in Zusammenhang steht, ist eines von zwei für die Analyse von Sportlerproben zugelassenen Labors in Deutschland.

Die Nationale Anti-Doping Agentur Deutschland (NADA) erklärte, bis zu einem Einsatz des Systems seien noch „weitere Evaluierungen nötig“.

Man stehe dem Verfahren jedoch sehr aufgeschlossen gegenüber, so NADA-Geschäftsführer Roland Augustin.

Das Marker-System wurde über einen Zeitraum von fünf Jahren in Suchttherapiezentren sowie im vergangen Jahr in deutschen Gefängnissen erprobt.

Das System würde außerdem von Unternehmen und Regierungsbehörden genutzt, um Mitarbeiter auf Drogen zu untersuchen. Dem Labor zufolge gehören das deutsche Verteidigungsministerium sowie die Deutsche Bahn zu den Interessenten.

Die Städtischen Kliniken Köln haben das Verfahren patentieren lassen und zu seiner Vermarktung eine Firma unter dem Namen Ruma gegründet.

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